Kürklassen

DIE KÜR UND IHRE TÜCKEN

Die Vielseitigkeit einer Kür besteht aus Sprüngen, Pirouetten und den verbindenden Schritten.

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Die wichtigsten Sprünge:

Dreiersprung:

Der Absprung erfolgt von einem Vorwärts-auswärts-Bogen – halbe Drehung in der Luft – Aufsprung auf dem anderen Fuß in einem Rückwärts-auswärts-Bogen.

Axel-Paulsen:

Der Absprung erfolgt von einem Vorwärts-auswärts-Bogen – eineinhalb Drehungen in der Luft Aufsprung auf dem anderen Fuß in einem Rückwärts-auswärts-Bogen.
Dieser Sprung ist nach dem berühmten norwegischen Eiskunstläufer zu Beginn der Eiskunstlaufbewegung benannt.

Salchow:

Absprung von einem rückwärts-einwärts-Bogen – dann ganze Drehung – Aufsprung mit dem anderen Fuß in einem rückwärts-auswärts-Bogen.
Dieser Sprung ist nach dem berühmten Sportler Ulrich Salchow – zehnfacher Weltmeister – benannt.

Rittberger:

Der Absprung erfolgt mit einem rückwärts-auswärts-Bogen, dann ganze Drehung – Aufsprung mit gleichem Fuß in einem rückwärts-auswärts-Bogen.
Dieser Sprung ist nach dem deutschen Meister vor dem Ersten Weltkrieg benannt.

Lutz:

Der Absprung erfolgt von einem rückwärts-auswärts-Bogen mit Hilfe eines Einsetzens der Spitze des anderen Fußes hinter dem Absprungbein, dann ganze Drehung gegen die Richtung (Gegenwende), Aufsprung mit dem Einhakfuß zu einem rückwärts-auswärts-Bogen.
Dieser Sprung ist nach dem leider früh verstorbenen jungen Wiener Meister aus der Frühzeit des Eiskunstlaufes benannt.

Weitere bekannte Sprünge aus dem Repertoire der Eiskunstläufer sind der Euler, der Oppacher (nach bekannten Wiener Läufern benannt), sowie der Flip und der Toe-Loop, die in Amerika entstanden sind.


Kunst auf Kufen

Das Laufen auf dem Eis zählt zu den ältesten Sportarten der Menschheit und das Eiskunstlaufen zu den schwierigsten Sportarten überhaupt.

Bereits bei Ausgrabungen aus prähistorischen Zeiten kamen Schlittschuhknochen zum Vorschein. Auch in der jüngeren Steinzeit und in der Bronzezeit hat man sich Knochenschlittschuhe mit Riemen an die Fußkleidung gebunden. Weitere interessante Zeugen für die frühe Verwendung von Schlittschuhen sind die altnordischen und isländischen Sagas und Königsgeschichten.

Den Holländern und Friesen verdanken wir es in erster Linie, dass der Eislauf überhaupt zu uns gekommen ist. Für die Holländer diente der Schlittschuh in erster Linie als Verkehrsmittel auf den im Winter zugefrorenen Kanälen.

Im letzten Heldengedicht der Edda aus dem Jahre 1380 zeichnet der Held mit Schlittschuhen Runen auf das Eis.

In Wien war das Eislaufen schon vor der zweiten Türkenbelagerung, also vor 1683, bekannt. Richtig in Mode kam es im Jahr 1803 mit der Eröffnung des Wiener Neustädter Kanalhafens. 1867 wurde in Österreich der erste Verein,
der „Wiener Eislaufverein WEV” gegründet.

Eine besondere Bedeutung für die Weiterentwicklung des Eislaufens gewannen bereits vor dem Ersten Weltkrieg die Kunsteisbahnen. Versuche, auf chemischen Wege eine Masse herzustellen, die ein Gleiten der Schlittschuhe zuläßt, gehen schon auf das Jahr 1842 zurück. Es ist der Verdienst des Wieners Ing. Eduard Engelmann (Kunstlaufeuropameister der Jahre 1892 bis 1894 und Begründer einer ganzen Dynastie von Weltmeistern) dass es gelang, eine Kunsteisbahn im Freien herzustellen. So wurde er zum Schöpfer der ersten Freiluftkunsteisbahn, die 1909 als große Sensation in Wien eröffnet wurde. Viele weitere Bahnen in der Folge wurden auch im Ausland gebaut.